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Erste große Liebe

Ich glaube, wenn man von seiner ersten großen Liebe spricht dann ist das wie eine Erinnerung an etwas Großes, etwas Bedeutsamen. Man wird sie niemals vergessen und, wenn man diese eine Person sieht, ist es wie am ersten Tag. Alle Erinnerungen kommen hoch und dieses Bauchkribbeln ist wieder da.. einem wird fast schwindelig und man hat auf einmal keinen Hunger mehr, nichts interessiert einen mehr. Ich glaube dieses Gefühl hört nie auf..Bei mir ist es noch komplizierter.. Ich habe ihn damals mit 14 Jahren kennengelernt und es war sofort eine gewisse Spannung zwischen uns da. Ich weiß, dass es bei ihm genau so war aber wir haben und damals nur getroffen, haben geredet und sind mit meinem Hund zusammen Gassi gegangen.. es war wie eine Freundschaft aber da war schon immer mehr.. Über die Jahre hinweg hatten wir öfter mal was miteinander und obwohl wir beide in einer Beziehung waren, hatten wir immer mal wieder Kontakt. Als ich 19 war, fing er bei der gleichen Arbeit an zu arbeiten...was ein Zufall... Wir hatten sogar oft die gleichen Schichten und verbrachten fast jeden Tag zusammen..und wie das Schicksal so mitspielt, hatten wir einen Abend zusammen Spätschicht und ich fuhr danach mit ihm nach Hause..es war einer der schönsten Abende, die ich je hatte. Und wir kamen zusammen und unsere Beziehung dauerte ungefähr ein Jahr an, bis er in eine andere Stadt zog, um zu studieren. Wir trennten uns, nicht, weil wir uns nicht mehr liebten, sondern weil er sich auf seine Zukunft konzentrieren wollte und wir beide einsahen, dass es keinen Sinn machte. Für mich brach meine bis dato perfekte Welt zusammen. Es war wie eine Seifenblase, die jederzeit zerplatzen konnte und dies tat sie auch..mit einem riesigen Knall und mit dem schlimmsten Schmerz, den ich jemals spüren musste. Die Trennung sah wie folgt aus: Er ließ mich einen Brief lesen, den er schrieb und schaute mir beim Lesen zu. Ich las und fing an zu weinen, er umarmte mich und fragte, ob ich eine Idee hätte, um die Beziehung zu retten..aber mein Schmerz war zu stark um irgendetwas zu denken in diesem Moment. Ich hatte in diesem Moment das Gefühl, alles zu verlieren, was mir seit meiner Jugend wichtig gewesen war. Er weinte auch, das war das erste und letzte Mal, an dem ich ihn weinen sah... ich merkte, dass dieses Ende nicht wie jedes andere bisher war...es war voller Trauer beiderseits und nicht gewollt...aber es musste sein..wir beide sind erwachsen genug gewesen um das einzusehen. Ich fuhr nach Hause...ich weinte noch nie so viel wie in diesen Wochen...ich aß nichts, ich machte nichts, ich ging nicht ans Handy. Ich wollte einfach nicht mehr existieren. Mein Herz war gebrochen. Und es gab niemanden und nichts was diesen Zustand hätte verbessern können.. Ich denke, diesen Zustand kennen viele Menschen, die das hier jetzt lesen. Man hätte jetzt denken können, dass sich dieser Zustand irgendwann verbessert hat und ich darüber hinweggekommen bin aber dem ist bis heute nicht so. Ich habe mich ein halbes Jahr später langsam gut mit seiner Schwester befreundet, heute ist sie eine meiner besten Freundinnen und ich bereue es nicht. Das Schlimmste daran allerdings, ist die Tatsache, dass ich quasi jede Woche bei ihm zu Hause bin, er wohnt nicht mehr zu Hause, aber ab und zu ist er es doch und so, sehe ich ihn in regelmäßigen Abständen und es ist jedes Mal ein absoluter Kampf in mir selbst, stark zu bleiben und nicht den Tränen wieder nahe zu kommen. Seine Schwester weiß nicht, dass ich insgeheim noch Gefühle für ihn pflege, aber ich kann eben nichts dagegen machen und ich würde so gerne, glaubt mir. Er hat sich äußerlich so stark verändert, im positiven Sinne versteht sich und das macht das Ganze nicht besser. Manchmal wünsche ich mir, es wäre nicht so. Dieses Silvester kam es dann zum Höhepunkt.. Ich war besoffen, er war besoffen, meine beste Freundin lag ebenso besoffen in ihrem Bett. Ich lag auf der Couch und er in seinem Bett. Er schrieb mir bei Whatsapp ich solle noch zu ihm rüberkommen und wir würden noch etwas zusammen trinken. Und ich ( mein Herz wie wild am Rasen) sagte ja und schlich mich zu ihm ins Zimmer. Man hätte jetzt vermutlich erwartet wir hätten miteinander geschlafen. Aber dem war nicht so. Er zog mich in sein Bett und ich kugelte mich an ihn und nahm seinen Arm und legte ihn um mich.. Für einen Moment war es wie früher und ich fühlte mich zum ersten Mal seit langem wieder richtig wohl, so als solle es so sein. Aber um dieses Stimmungsbild jetzt wieder aufzubrechen, passierte Folgendes: Er streichelte mich überall am Körper und bemerkte, dass ich unter meinem Shirt nichts anhatte und versuchte mich danach dazu zu bewegen, mit ihm zu schlafen. Hätte er darauffolgend nicht gesagt, dass es mir vermutlich mehr wehtun würde als ihm selbst, wäre das wahrscheinlich auch passiert. Aber ich drehte mich nur um und küsste ihn auf den Mund...ich glaube dieses Gefühl ist für mich unbeschreiblich... zumindest sagte ich dass er Recht hätte und schlich mich aus seinem Zimmer auf meine Couch zurück. Ich kam wieder zur Besinnung: ER IST BETRUNKEN,ER WILL NUR MIT MIR SCHLAFEN, ER LIEBT MICH NICHT MEHR. All das schwebte mir durch meinen Kopf und ließ mich realisieren, dass dies nicht der Weg war, den ich gehen wollte. Ich wollte ihn. Aber mit Bewusstsein. Mit funktionierendem Verstand. Genau das sagte er mir auch am nächsten Tag, es sei nur aufgrund des Alkohols passiert und ich solle mir keine Hoffnung machen. Ich denke es war wie ein Schalter, der umgeschaltet wurde und auf einmal wollte ich nichts mehr von ihm wissen. Ich löschte ihn überall und beschloss meine beste Freundin nicht zu besuchen, wenn er zu Hause ist. Damit schloss ich das bis jetzt mit größte und wichtigste Kapitel in meinem Leben: Erste große Liebe
13.1.17 15:30
 


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